Wusstest du, dass der Pferdemagen nur so groß ist wie ein Fußball?
Viele Pferdebesitzer staunen, wenn sie das zum ersten Mal hören. Ein so großes Tier – und ein so kleiner Magen?
Doch genau das ist der Grund, warum regelmäßige Futteraufnahme für Pferde überlebenswichtig ist.
Der Pferdemagen ist klein – und ständig aktiv
Der Magen fasst nur etwa 8–15 Liter – also ungefähr die Größe eines Fußballs.
Er füllt sich und entleert sich laufend, oft schon nach 20–30 Minuten.
Und: Pferde produzieren rund um die Uhr Magensäure – auch dann, wenn sie nichts fressen.
➡️ Wenn ein Pferd länger als 3–4 Stunden ohne Futter ist, steigt der Säuredruck stark an. Die Magenwand wird gereizt, und das Risiko für Magengeschwüre nimmt deutlich zu.
Pferde sind Dauerfresser
In freier Natur fressen Pferde 16–18 Stunden am Tag – immer wieder kleine Mengen.
Unsere moderne Fütterung mit längeren Pausen (z. B. Heu nur morgens und abends) passt nicht zu diesem System.
Besonders „Magenpferde“ oder „Darmpferde“ sollten niemals über längere Zeit ohne geeignete Raufaser stehen.
Auch bei Stress, Stallwechsel oder Training ist eine konstante Grundversorgung mit Rohfaser essenziell.
Warum Raufutter so wichtig ist
Beim Kauen bildet sich Speichel. Dieser Speichel puffert die Magensäure und schützt die empfindlichen Schleimhäute.
Speichel entsteht aber fast ausschließlich beim Kauen von strukturiertem Futter – nicht beim Kraftfutter.
Raufutter bedeutet also:
mehr Kauen – mehr Speichel – mehr Schutz.
Welche Rolle Stroh spielen kann
Stroh wird oft unterschätzt, dabei kann es – richtig eingesetzt – sehr wertvoll sein:
- es verlängert die Fresszeiten
- es regt die Speichelproduktion an
- es füllt den Magen, ohne viel Energie zu liefern
- es unterstützt die Verdauung
- es reduziert Stress, weil das Pferd beschäftigt bleibt
Gerade bei leichtfuttrigen, stoffwechselempfindlichen oder magenanfälligen Pferden kann Stroh ein wichtiger Baustein sein.
Natürlich gilt: sauber, schimmelfrei und passend dosiert.
Praxis-Tipp
Eine Kombination aus Heu und Stroh sorgt dafür, dass Pferde über den Tag verteilt immer etwas zu kauen haben.
Das reduziert Säuredruck, mindert Stress und stabilisiert die Verdauung – besonders bei empfindlichen Pferden.
Fazit
Der Pferdemagen ist klein, aber seine Bedürfnisse sind groß.
Längere Fresspausen sind unnatürlich und können zu Magenproblemen führen.
Raufutter schützt – und Stroh kann ein wertvoller Bestandteil einer gesunden Ration sein.
Wer seinem Pferd rund um die Uhr strukturiertes Futter zur Verfügung stellt, unterstützt Magen und Darm nachhaltig.
Mehr Wissen rund um gesunde Pferdefütterung
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