Hufrehe - warum "alles weglassen" eine Heilung oft verhindert

Steffi Ulrich • 17. September 2025

Was Hufrehe-Pferde wirklich brauchen - und warum "alles weglassen" die Probleme oft verstärkt:


Wenn ein Pferd an Hufrehe (Laminitis) erkrankt, ist die erste Reaktion vieler Besitzer verständlicherweise Panik.
Futter wird drastisch reduziert, vermeintlich „gefährliche“ Bestandteile sofort gestrichen.

Andere greifen zu teuren Spezialprodukten, in der Hoffnung, damit auf der sicheren Seite zu sein.

Doch genau hier passieren viele Fehler.
Denn oft werden die 
entscheidenden Faktoren übersehen:
Nämlich eine die auf die besondere Situation von Rehepferden angepasste Gesamtration.


Häufige Fehler in der Fütterung von Rehepferden


1. Fehler Alles weglassen

Aus Angst vor Zucker, Stärke oder „zu viel Energie“ wird die Ration radikal gekürzt.
Kraftfutter, Ergänzungen und teilweise sogar Raufutter werden stark reduziert.


Das Problem dabei ist jedoch, dass auch Lebensnotwendige Bausteine zu drastisch gekürzt werden, wie z.B. Eiweiß.

Oft kommt es durch die Streichungen auch zu einer mit Spurenelementen und Vitaminen.


Das kann zum Abbau von Muskulatur, einer verlangsamten Regeneration und zusätzlichem Stress für den Stoffwechsel führen.


Ein geschwächter Organismus kann sich jedoch deutlich schlechter von einer Rehe erholen.


2. Fehler: Blind auf Spezialprodukte setzen


Viele greifen zu speziell beworbenen „Rehe-Futtern“.
Diese sind zwar oft zucker- und stärkearm – decken aber nicht automatisch den individuellen Bedarf des jeweiligen Pferdes. Und wenn die restliche Ration nicht auf den Bedarf angepasst wird, bringt auch das teuerste Spezialprodukt nix. Das ist wie der "gesunde Salat" bei Currywurst mit Ketchup.


3. Fehler: Die Gesamtsituation nicht genug beachten


Häufig wird nur auf „Rehe = wenig Zucker“ reduziert.

Dabei spielen viele weitere Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Alter
  • Rasse & Stoffwechseltyp
  • aktueller Ernährungszustand
  • Muskelstatus
  • Vorgeschichte (z. B. EMS, Cushing, Darmprobleme)


Ohne diese Punkte ist keine sinnvolle Rationsplanung möglich und ohne angepasste Gesamtration keine Regeneration. Ganz wichtig ist hier immer die Betrachtung des individuellen Eiweiß-Bedarfs und Spurenelementeversorgung!


Worauf es bei der Fütterung von Rehepferden wirklich ankommt


1. Zucker- und stärkearme Grundversorgung

Ja – Zucker und Stärke sollten reduziert werden, um den Stoffwechsel zu entlasten.


Grundlage und Hauptaugenmerk sollte immer auf der bedarfsgerechten Raufutterversorgung liegen mit genug Eiweiß, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Aber ohne Mangel und ohne zu lange Fresspausen. Hier kann Stroh ein wunderbarer Partner zu gutem Heu sein.


2. Der richtige Eiweißgehalt

Eiweiß wird bei Rehepferden noch immer oft verteufelt. Dabei ist die richtige Menge entscheidend.


Wichtig zu wissen:

  • ❌ Zu wenig Eiweiß → Muskelabbau, schwaches Immunsystem, schlechte Regeneration
  • ❌ Zu viel Eiweiß → unnötige Stoffwechselbelastung bis hin zu Fehlgährungen im Dickdarm, die dann wieder Rehe begünstigen können.


Kurz: Die richtige Menge ist entscheidend – angepasst an:

  • Körpergewicht
  • Alter
  • Trainings- bzw. Bewegungsniveau
  • aktuelle Gesundheitslage


Gerade in der Regenerationsphase ist Eiweiß ein wichtiger Baustein.


3. Mineralstoffe & Spurenelemente

Viele Rehepferde haben durch Stoffwechselprobleme oder lange Fütterungsfehler einen erhöhten Bedarf an Spurenelementen, insbesondere:

  • Zink
  • Kupfer
  • Mangan
  • Selen


Ein passendes Mineralfutter, abgestimmt auf die tatsächliche Ration, ist hier unverzichtbar.


4. Vitamine gezielt berücksichtigen


Besonders relevant bei Rehepferden sind:


  • B-Vitamine → wichtig für Darmflora & Stoffwechsel
  • Vitamin E → als Antioxidans für Muskulatur und Zellschutz


Denn eine gute Vitaminversorgung unterstützt Heilungsprozesse, die Stoffwechselregulation und ist gleichzeitig eine hervorragende Rückfallprophylaxe


5. Das Pferd als Ganzes betrachten


Jedes Rehepferd ist individuell:


  • Senioren haben andere Bedürfnisse als junge Pferde
  • Robuste Ponys reagieren anders als sensible Warmblüter
  • Übergewicht erhöht das Risiko
  • Untergewicht bremst die Regeneration
  • EMS, Cushing oder Darmprobleme erfordern besondere Anpassungen


Kurz: Bei Rehepferden gibt es keine Standardrezepte.

 .

Fazit:


Die richtige Fütterung bei Hufrehe bedeutet nicht:
❌ alles wegzulassen
❌ pauschal zu kürzen
❌ blind Spezialprodukte zu füttern



Sondern:


✔️ den individuellen Bedarf des Pferdes zu kennen
✔️ die Grundversorgung sinnvoll aufzubauen
✔️ Eiweiß, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine gezielt anzupassen


So unterstützt du die Ernährung die Heilung – und hilfst, Rückfälle zu vermeiden.


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